07.05.2015 / Feuilleton / Seite 10

Keinesfalls erledigt

Wolfgang Abendroths demokratietheoretische Überlegungen sind nach wie vor aktuell

Ulrich Irion

Demokratie ist ihrem Wesen nach gleichberechtigte Teilnahme aller an der gemeinsamen Regelung der gemeinsamen Aufgaben, tendenzielle Identität von Regierenden und Regierten (...) Sozialismus ist nichts anderes als die allseitige Verwirklichung dieses Gedankens der Demokratie, der aus einem System politischer Spielregeln zum inhaltlichen Prinzip der gesamten Gesellschaft, zur sozialen Demokratie erweitert wird.« Das schrieb der Politikwissenschaftler Wolfgang Abendroth (1906-1985) in seinem Aufsatz »Sozialismus und Demokratie« (1954).

Abendroth, der später das Sozialistische Büro mitgründete, war zu diesem Zeitpunkt noch SPD-Mitglied und versuchte in der Partei, die auf dem Weg zum Godesberger Programm war, marxistische Positionen gegen den Trend zur marktkonformen Volkspartei zu verteidigen. Als er sich dann in den 1960er Jahren mit dem von der SPD ausgeschlossenen Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) solidarisierte, ereilte ihn selbst der Partei...

Artikel-Länge: 4421 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe