25.04.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Rendite mit dem Rausschmiss

Studie: Zwangsräumungen werden schneller vollzogen, weil Eigentümer bessere Gewinnaussichten haben. Hilfesystem schützt nicht Mieter, sondern Wohnungsbesitzer

Claudia Wrobel

Berlin wird aufgewertet, die Mieten steigen. Diese Gentrifizierung genannte Stadtumstrukturierung ist in allen Großstädten ein Problem. In der Hauptstadt vollzieht sie sich nun im Zeitraffer, nachdem die Stadt zuvor jahrelang weitgehend verschont worden ist. Eine Begleiterscheinung davon sind Zwangsräumungen, die in den vergangenen Jahren zugenommen haben – wahrscheinlich, denn genaue Daten liegen nicht vor. Um dennoch einen Einblick zu geben, stellte der Stadtsoziologe Andrej Holm am Donnerstag zusammen mit Laura Berner und Inga Jensen die Studie »Zwangsräumungen und die Krise des Hilfesystems – eine Fallstudie in Berlin« vor.

Darin legen die Autoren dar, dass in der Zeit von 2009 bis 2013 etwa 10.000 Räumungsklagen wegen Mietrückständen pro Jahr ausgesprochen wurden. Ohne die Bezirke Neukölln und Reinickendorf, für die in einer parlamentarischen Anfrage keine Daten aufgeführt wurden. Die Zahl solcher Klagen insgesamt dürfte noch um ei...

Artikel-Länge: 5057 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe