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22.04.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Extreme Konsequenzen

Kenia will mindestens 350.000 somalische Flüchtlinge abschieben und künftige Immigranten durch den Bau einer Grenzmauer fernhalten

Knut Mellenthin

Die kenianische Regierung hat die UNO am 12. April aufgefordert, innerhalb von drei Monaten das Flüchtlingslager Dadaab im Norden des Landes aufzulösen. Anderenfalls würde man die dort lebenden Menschen mit Bussen und LKWs abtransportieren lassen und über die Grenze nach Somalia abschieben. Dadaab ist gegenwärtig das größte Flüchtlingslager der Welt, vielleicht sogar das größte, das es jemals gab. Die Bewohner kamen zu über 90 Prozent aus dem benachbarten Somalia, hauptsächlich als Folge schwerer Dürre- und Hungerkrisen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) gibt ihre Zahl mit rund 350.000 an. Es sind aber auch weit höhere Schätzungen im Umlauf. Die kenianische Regierung geht, vielleicht aus politischen Gründen, von mehr als 600.000 Menschen im Komplex Dadaab aus.

Die Forderung nach rascher Auflösung des Lagers wird offiziell mit dem Überfall auf die Universität der nordkenianischen Stadt Garissa am 2. April begründet. Die Täter sollen d...

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