17.03.2015 / Feuilleton / Seite 11

Wirtschaft als das Leben selbst: Topevent mit Spartouristen

Helmut Höge

Die Internationale Tourismus Börse (ITB) wird von den Berlinern auch »Lügenmesse« genannt, weil sie voller haltloser Versprechen ist (»preiswerte Zimmer mit Blick aufs Meer« z. B.). Während man auf der Grünen Woche in den Hallen am Funkturm die Angebote der Länder immerhin riechen und schmecken kann (an den zwei Ukraine-Ständen: Kaviar mit Wodka, am Russland-Stand: Stör mit Wodka), gibt es auf der ITB nur Farbposter und bewegte Bilder – meist mit lachenden Touristen drauf. Davor stehen bestenfalls einige herausgeputzte Models in Landestracht herum, die lächeln müssen, unentwegt lächeln.

Diese Messe, die am 8. März mal wieder mit Rekordergebnissen endete, ist die reinste Okulartyrannis. Alles Lügen: Je verbrecherischer das Regime (Jemen, Iran, Sudan-Südsudan, Irak, Algerien, die Emirate, Papua-Neuguinea, Turkmenistan etc.), desto schöner ist seine Touristenwerbung. Nur Niedersachsen und meine Heimatstadt Bremen sind ehrlich. Sie preisen sich mit ihre...

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