09.02.2015 / Inland / Seite 4

Gerechtigkeit für Rotarmisten?

Linke und Grüne wollen ehemalige sowjetische Kriegsgefangene entschädigen. Union übt sich in Revisionismus

Frank Brendle

Erst 70 Jahre nach Kriegsende plädiert eine Mehrheit im Bundestag dafür, ehemalige Rotarmisten, die die deutsche Kriegsgefangenschaft überlebt haben, zu entschädigen. Aber weil die Union mauert, will sich die SPD nicht festlegen.

Anlass für die Debatte Ende voriger Woche waren Anträge der Linksfraktion und der Grünen mit gleicher Stoßrichtung. Beide verwiesen auf die mörderische Behandlung der gefangenen Sowjetsoldaten in deutschen Lagern. Von fünf bis sechs Millionen Gefangenen starben 3,3 Millionen. Und das nicht, weil die Wehrmacht mit ihrer Versorgung überfordert gewesen wäre, sondern weil die Dezimierung der als »Untermenschen« erachteten Sowjetvölker in den deutschen Ostplänen ausdrücklich vorgesehen war: Das Verhungern- und Erfrierenlassen, das Erschießen der Hälfte aller Gefangener »war Teil des nationalsozialistischen rassistischen Vernichtungskampfes gegen die slawischen Völker im Osten«, fasste Grünen-Politiker Volker Beck zusammen. Dennoch, so...

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