09.02.2015 / Feuilleton / Seite 10

»Was uns heute fehlt, ist die kritische Utopie«

Ein Gespräch mit dem Verleger Gerd-Michael Rose über die aktuelle Situation der Science-Fiction-Literatur

Gerd Bedszent

Wie sind auf die Idee gekommen, einen Verlag zu gründen?

Ich habe mich immer für Bücher interessiert. In den 1980er Jahren entdeckte ich Herbert G. Wells. Damals waren in der DDR nur der Roman »Die Zeitmaschine«, ein Erzählungsband und einzelne Geschichten erschienen. Also übersetzte ich die »Sea Lady« und andere Texte, bastelte (sehr laienhaft) daraus meine ersten Bücher. 1997 folgten handgefertigte Neuausgaben von Michael Szameit und Horst Müller. Reprints einiger seltener Bücher schlossen sich an. Danach veröffentlichte ich gemeinsam mit einem Freund zwei historische Romane von Rolf Krohn. Als nächstes ein Buch von Karl-Heinz Tuschel und dann eines von Iwan Jefremow. Mein Interesse für die kürzere Erzählform mündete in einer (mit Unterbrechungen) seit 2010 erscheinenden Heftreihe.

Letztlich kann man sagen, dass ich immer Bücher veröffentlichte, für die ich mich selbst interessierte. Und plötzlich war das Ganze ein Verlag.

Kleinverlage haben ja keinen s...

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