31.01.2015 / Feuilleton / Seite 10

Mit ihr und zu ihr

Liebe muss sich neu definieren, politisch betrachtet: »Die Akte Carmen« an der Neuköllner Oper in Berlin

Anja Röhl

In den traditionellen Inszenierungen von Bizets Oper »Carmen« wird aus einer Fabrikarbeiterin, die einen Offizier verführt, sich aber nicht von ihm besitzen lassen will, eine Femme fatale. Dass sie nicht ihre Würde verliert, wird meist ihrer starken sexuellen Verführungskraft zugeschrieben, die ins Hexenhafte verzerrt wird. Dass es hier aber um ein Klassen- und Frauenemanzipationsdrama geht, wird selten sichtbar.

In der Neuköllner Oper denkt man anders und legt den politischen Kern des Stücks frei. »Die Akte Carmen« von David Mouchtar-Samorai (Regie) und Hans Peter Kirchberg und Insa Bernds (Musik) verwandelt die »Zigeuner« in eine Gruppe von Illegalen, die heißen hier »Leute mit ungeklärten Aufenthal...

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