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31.01.2015 / Geschichte / Seite 15

Sozialismus als Ziel

Vor zehn Jahren: Hugo Chávez ruft zur Überwindung des Kapitalismus auf.

André Scheer

Der Ort und der Anlass waren kein Zufall: Am 30. Januar 2005 war der damalige venezolanische Präsident Hugo Chávez Stargast des Weltsozialforums im brasilianischen Porto Alegre. Dort hatten sich insgesamt rund 200.000 Menschen versammelt, um über den Widerstand gegen den neoliberalen Kapitalismus zu diskutieren. 15.000 von ihnen füllten an jenem Abend das Gimnasio Gigantinho, um den zu diesem Zeitpunkt in Lateinamerika schon legendären Staatschef zu hören. Und Chávez hatte eine Überraschung vorbereitet: Zum ersten Mal nahm er das böse Wort in den Mund, das seit 1989/90 aus der Mode gekommen war. Nachdem er über die bildungspolitischen Maßnahmen seiner Regierung gesprochen und unterstrichen hatte, dass die Privatisierung von Hochschulen oder der Gesundheitsversorgung eine Verletzung der grundlegenden Menschenrechte sei, erklärte er: »Wir und viele Intellektuelle der Welt sagen, dass es notwendig ist, den Kapitalismus zu überwinden. Ich füge aber hinzu: Der...

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