31.01.2015 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der ›Klassenfeind‹ war keine Erfindung der DDR-Propaganda«

Gespräch mit Wolfgang Schwanitz und Werner Großmann. Über die Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit vor 65 Jahren und Angriffe aus dem Westen

Robert Allertz

Herr Schwanitz, Sie waren de facto der letzte Minister für Staatssicherheit, und Sie, Herr Großmann, der letzte Chef der DDR-Auslandsaufklärung ...

Schwanitz: Ich muss korrigieren. Ich war – wie Werner Großmann auch – seit 1986 stellvertretender Minister und wurde nach der Regierungsumbildung im November 1989 in den Ministerrat berufen, aber nicht als Minister, sondern als Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS, jW), das an die Stelle des MfS getreten war. Allerdings wurde ich am 11. Januar 1990 abberufen und entlassen. Das hing damit zusammen, dass der Zentrale Runde Tisch die Auflösung des AfNS beschlossen hatte. Vier Tage später wurde bekanntlich die Zentrale in Lichtenberg gestürmt.

Herr Großmann, Sie leiteten in der Nachfolge von Markus Wolf den Auslandsnachrichtendienst der DDR, die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA, jW) des MfS. Auch Sie wurden Anfang 1990 entlassen. Im Unterschied zur Abwehr konnte die HVA drei Monate lang ihre ...

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