03.11.2014 / Feuilleton / Seite 11

Die Grammatik der Kunst

Es ist ja auch sonst was passiert! Hommage für den Dirigenten Nikolaus Harnoncourt am Konzerthaus Berlin

Olaf Brühl

Wenn sich ein Musiker unserer Zeit mit historisch-kritischen Einspielungen um die Klassik verdient gemacht hat, ist es Nikolaus Harnoncourt. »Als ich zum 20. Mal die g-Moll-Symphonie von Mozart spielte, und die Leute begannen zu lächeln und im vermeintlich richtigen Takt den Kopf zu wiegen, da wurde mir grausam zumute. Ich bekam einen heiligen Zorn auf den Dirigenten, der das Werk so spielte, dass derlei möglich wurde, obwohl das die tragischste Musik überhaupt ist«, erklärte der Dirigent einmal.

Am 6. Dezember 1929 wurde Harnoncourt in Berlin geboren . Aufgewachsen ist er in Graz. Ablehnend bis höhnisch reagierte das eingefleischte Klassik-Publikum anfänglich auf seine historisierende Aufführungspraxis. Dem glättend romantischen Einheitsklang setzten er und seine Mitstreiter das Musizieren mit originalen Instrumenten entgegen. In den Altpartien sangen neben Knaben auch Countertenöre, was den Rollenklischees des Konzertlebens widersprach und neue Perspekt...

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