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12.05.2001 / Feuilleton / Seite 0

Nomen est omen

Wie Hauptmann Wladimir Gall 1945 nach »Galle« kam - Aus den Erinnerungen eines sowjetischen Kulturoffiziers

Peter Rau

Es war diese Woche im Berliner Reichstagsgebäude, auf den Tag genau 56 Jahre nach jenem 8. Mai 1945, an dem die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands unterzeichnet wurde. Vor einer jener Wände mit erhalten gebliebenen Inschriften sowjetischer Soldaten schildert Wladimir Gall, wie auch er, damals Hauptmann der Roten Armee, dort einst seinen Namenszug verewigt hatte. In seinen dieser Tage neu herausgegebenen Lebenserinnerungen spielt diese Episode keine Rolle. Das wäre sicher anders gewesen, hätte der heute 82jährige auch nur im Traum daran gedacht, mit welchem - gelinde gesagt - Unmut manche deutschen Politiker noch heute auf diese historischen Spuren der damaligen Sieger reagieren. Man kann, so der aus Moskau zum Tag der Befreiung angereiste Kriegsveteran sinngemäß, nicht aus der Geschichte lernen, wenn man deren Zeugnisse verleugnet und deren Spuren tilgt.

Solche Spuren hat auch Wladimir Gall hinterlassen; nicht nur in Berlin, und nicht nur i...

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