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23.09.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Zweifelhafter Trumpf

Regierung in Kiew ist jetzt bereit, die ukrainischen Gaspipelines teilweise zu privatisieren. Doch die Frage ist: Wer braucht sie noch?

Reinhard Lauterbach
Vor einigen Tagen verkündete die ukrainische Regierung etwas bisher Undenkbares: Sie erklärte ihre Bereitschaft, bis zu 49 Prozent ihres Gasleitungssystems an private Interessenten abzugeben. Potentielle Privatisierungspartner müssen allerdings aus den USA oder der EU kommen; russische Firmen sind a priori ausgeschlossen, und ein ausgeklügeltes Kontrollsystem soll dafür sorgen, daß sie auch über irgendwelche Briefkastenfirmen nicht zum Zuge kommen. Was die Welthandelsorganisation (WTO), der die Ukraine wie auch Rußland angehören, dazu sagt, könnte noch eine interessante Frage werden. 51 Prozent sollen in Staatshand verbleiben.

Die Ukraine bleibt schon seit sowjetischen Zeiten das größte Gaspipelinesystem Europas. Insgesamt 38600 Kilometer Rohre sind zwischen 1970 und 1990 verlegt worden, davon etwa 22500 Kilometer für den Export in die westlich und südlich angrenzenden ehemaligen Bruderstaaten. Seit der staatlichen Unabhängigkeit 1991 gelten die Erdgasle...

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