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10.09.2014 / Feuilleton / Seite 12

Der Klang hallt nach

Tagebaue schieben sich ins Bild und Menschen lassen ihre Märchen im Wald zurück. Zum Tod des Dokumentarfilmers Peter Rocha

Grit Lemke
Manchmal haben Filme die Kraft, an der Optik zu drehen, durch die wir die Welt betrachten. Ein solcher ist der Dokumentarfilm »Schmerzen der Lausitz«, nach dessen Aufführung 1991 bei der Leipziger Dokfilmwoche eine Minute atemloses Schweigen herrschte. Weil das, was man gerade gesehen und erlebt hatte, nicht in einem Applaus verschwinden konnte und alle im Saal begriffen, daß hier gerade etwas Großes geschehen war – auch mit ihnen.

Dabei war Peter Rocha durchaus nicht der erste Künstler oder Regisseur, der auf den Raubbau an der Lausitz und den direkten Zusammenhang mit der Zerstörung der sorbischen Kultur hingewiesen hatte. Gewußt hatten es alle. Aber in der Kunst, und schon gar nicht in der von Peter Rocha, geht es eben nicht um Wissen, sondern um wahrhaftiges Verstehen. Es war der Schmerz, den keiner vorher so physisch greifbar gemacht hatte, indem er beispielsweise – und damals als erster – Luftaufnahmen von den puren Ausmaßen der Z...

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