19.08.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Alle oder keiner

Gewerkschaftsnahe Bildungsstätte in Berlin kündigte Rahmenvertrag mit 17 freiberuflichen Mitarbeitern gleichzeitig. Die wehren sich nun

Wladek Flakin
Wenn Anton G. (Name geändert) ein Seminar für Schüler oder Azubis leitet, geht es um Themen wie Solidarität und Mitbestimmung. Die ver.di-Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe e.V. ist gewerkschaftsnah. Vertreter von ver.di sitzen im Vorstand, auch wenn der Bildungsverein trotz des Namens unabhängig ist. Mitten im Grünen im Nordosten Berlins werden ganzjährig Seminare angeboten. Anton G. ist einer von 17 freiberuflichen Seminarleitern. Er verdient 90 bis 100 Euro pro Tag, was »für Selbständige ein Leben am Existenzminimum bedeutet«, wie er sagt.

Anfang des Jahres gründeten die 17 Seminarleiter einen »Teamrat« und vereinbarten einen Rahmenvertrag mit der Leitung des Hauses, um ihre Arbeitsbedingungen zu regeln. Erstmals wurden so Ausfallzahlungen für Seminare kollektiv festgeschrieben. Den Seminarleitern, von denen einige seit mehreren Jahren freiberuflich für den Verein arbeiten, ging es neben ihren Arbeitsbedingungen auch um »gewerkschaftliche Mitbest...

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