16.08.2014 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Keine grausame und heimtückische Tat

Die bundesdeutsche Justiz verhinderte systematisch jahrzehntelang einen Prozeß gegen die Thälmann-Mörder. Eine Chronik

Friedrich Karl Kaul
Als in der BRD die Erkenntnis wuchs, daß die Adenauersche Politik der Stärke erfolglos bleiben mußte, begann das Eis des Kalten Krieges zu schmelzen. Nun war auch die Möglichkeit der Strafverfolgung der Mörder Ernst Thälmanns keine Illusion mehr.

Am 11. April 1962 erstattete deswegen die Witwe Ernst Thälmanns, Genossin Rosa Thälmann (1890–1962), gegen die beiden ehemaligen SS-Angehörigen,

1. den jetzigen Lehrer Wolfgang Gunther Klaus Otto, wohnhaft in Geldern (Rheinland), Hartorstraße 21, und

2. den jetzigen Bankbeamten ­Alfred Werner Berger, wohnhaft in Rottweil (Neckar), Anzeige wegen Mittäterschaft an der Ermordung Ernst Thälmanns. In der Anzeige wurde darauf hingewiesen, daß bei der Ermordung Ernst Thälmanns außerdem folgende Angehörige der SS-Besatzung des KZ Buchenwald anwesend waren:

3. der Lagerführer, SS-Obersturmführer Gust

4. der Rapportsführer, Hauptscharführer Hofschulte,

5. SS-Oberscharführer Warnstaedt, Kommandoführer im Kremato...











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