08.08.2014 / Feuilleton / Seite 12

Vom Alltag in der Etappe

Veteranin der Frauenemanzipation: Ein Nachruf auf die Schriftstellerin und Reporterin Elfriede Brüning

Sabine Kebir
Ihre Eltern gehörten zu den Hunderttausenden Migranten vom Lande, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Berlin strömten. Ihr Plan, eine »eigene« Tischlerei zu betreiben, ging nie auf. Elfriede Brüning war eine zierliche Blonde, der man die Kraft nicht ansah, die nötig war, um schon mit 16 Jahren Hauptverdienerin der Familie zu sein. Äußerlich gehörte sie zu jenen berühmten Bürofräuleins, über die Siegfried Kracauer schrieb: »Nicht sie ist es, die jeden Schlager kennt, sondern die Schlager kennen sie, holen sie ein und erschlagen sie sanft«. Aber das ließ Brüning mit sich nicht machen. Nachts schrieb sie feurige Feuilletons und Reportagen – zunächst für Wurstblätter; mit 18 aber auch schon für das Berliner Tageblatt (BT), die damals renommierteste bürgerliche Zeitung Deutschlands.

Sie schrieb von Frauen, und immer häufiger strich sie auch in Artikeln über die Vergnügungsbranche heraus, daß es neben den herausgeputzten Fassadenpuppen dort auch über...

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