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29.07.2014 / Inland / Seite 4

V-Leute und kein Ende

NSU-Prozeß. Verfassungsschutz bleibt Thema. Zähe Befragungen von »Vertrauensleuten« und »Gewährspersonen« werden vor der Sommerpause nicht mehr abgeschlossen

Claudia Wangerin
Das Bekenntnis von Andreas Rachhausen bestätigt die bösesten Klischees: In der Szene sei es bekannt gewesen, daß »wenn vier Personen zusammensitzen, zwei davon für den Verfassungsschutz arbeiten«, hat der 42jährige vergangene Woche als Zeuge in Münchner Prozeß um die neofaschistische Terrorgruppe »Nationalsozialisticher Untergrund« (NSU) laut Mitschrift eines Nebenklageanwalts ausgesagt. Dies sei nicht schlimm gewesen, denn er selbst habe dem Dienst ohnehin nur Belanglosigkeiten erzählt. Wie Tino Brandt, der als Führungskraft des »Thüringer Heimatschutzes« (THS) ab 1994 in sechs Jahren rund 200000 D-Mark an seinem V-Mann-Status verdient hatte, war auch Rachhausen zeitweise vom Landesamt für Verfassungsschutz bezahlt worden – allerdings etwas lockerer angebunden, als »Gewährsperson«. Wie der drei Jahre jüngere Brandt soll auch Rachhausen eine maßgebliche Rolle im THS gespielt haben, wo das mutmaßliche Kerntrio des NSU bis zu seinem Untertauchen 1998 ...

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