14.07.2014 / Ausland / Seite 8

»Wir verhandeln nicht, wir stellen Forderungen«

Rebellenbewegung Séléka in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) will weiter gegen Anti-Balaka-Milizen kämpfen. Ein Gespräch mit Abdoulaye Issène

Kirsten Palitza (dpa)
Abdoulaye Issène ist der Anführer der Seleka-Fraktion

Warum kämpft die Séléka?

Die Menschen im Norden des Landes sind über Jahrzehnte benachteiligt worden. Die politische Macht hat sich schon immer im Süden konzentriert. Ich bin zum Beispiel aus Ndele (einer Stadt im Norden). Sie hat 40000 Einwohner und ist trotzdem wie ein Dorf. Stellen Sie sich vor: 40000 Menschen, aber keine Schulen, kein Krankenhaus, keine lokalpolitischen Strukturen, keine Polizei, keine Infrastruktur, keine Straßen. Während der Regensaison können Autos die Region nicht erreichen. Dann ist sie komplett abgeschnitten.

Warum haben Sie rebelliert, anstatt eine politische Lösung anzustreben?

Wir haben unsere Rechte eingefordert. Da niemand zuhören wollte, griffen wir zu Waffen. Zuerst kam (Exilpolitiker) Michel Djotodia zurück, gründete Séléka und stellte Forderungen. Er verlangte die Einbeziehung Sélékas in die Regierung und verhandelte mit (dem damaligen Präsidenten François) Bozizé. D...

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