26.05.2014 / Feuilleton / Seite 12

Tanz mir den Amtsschimmel!

Einen passiven Ort bewegen: Die Choreographin Canan Erek bespielt Berliner Bürgerämter im Warteflur

Gisela Sonnenburg
Um 10.30 Uhr am vergangenen Donnerstag im Bürgeramt Wedding, im früheren Berliner Arbeiterbezirk. Menschen warten auf Ausweise, Meldebescheinigungen, Pässe. Einer sieht aus wie ein Geschäftsmann und bedeutungsvoll in den Laptop, ein Ehepaar guckt schmachtend, und eine Studentin simst mit dem Handy. Dann beginnt sachte eine Sinfonie des Schepperns. Denn unter den Wartenden sitzen drei Tänzerinnen und ein Tänzer. Jeder hat ein Instrument zum Schütteln dabei, Murmeln im Glas, Linsen in der Kaffeebüchse, Reis in der Dose. Das klingt seltsam, aber rhythmisch gebündelt, mal lauter, mal leiser. Man horcht auf.

Um das Aufhorchen und anschließende Hinsehen geht es der Choreographin Canan Erek. Geboren in der Türkei, lebt sie seit Ende er 80er Jahre in Deutschland, studierte Tanz in Essen und Choreographie in Berlin. Drei Jahre leitete sie das Leipziger Tanztheater, bis 2007. Seither entwickelt sie Projekte in der freien Szene.

Irgendwann wurde ihre Tasche gestoh...



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