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10.04.2014 / Thema / Seite 10

Kaiser von Deutschland

Geschichte. Wozu brauche ich Krieg, dachte Hugo Stinnes 1911, die Welt liegt mir zu Füßen. Doch drei Jahre später ließ er sich vom Nutzen des großen Mordens überzeugen

Otto Köhler
Heute vor neunzig Jahren, am Donnerstag, den 10. April 1924 starb Hugo Stinnes (54) durch Ärztepfusch. Zur Bestattung seiner Asche marschierten Abordnungen der Reichswehr samt Marschkapellen, der Reichskanzler Wilhelm Marx tanzte mit großen Teilen seines Kabinetts an. Und auch 300 Bergleute – allen Arbeitern hatte Stinnes kurz vor seinem Tod gerade noch das Streikrecht nehmen und den Zehnstundentag bescheren wollen – hatten zur Fahrt nach Berlin vom Malochen freibekommen, um der Stinnes-Urne ein letztes – das ist deutsches Brauchtum – »Glückauf« zuzurufen.

Kurz, sein »unerwarteter Tod in der Blüte seines Lebens« war ein »Ereignis von großer Tragweite«. Denn es hätte, glaubte sein Biograph Gerald D. Feldman noch 1998, »einen Unterschied, vielleicht zum Besseren gemacht, wenn Hugo Stinnes am Leben geblieben wäre«. Adolf Hitler wurde auch nur zwei Jahre älter. Doch beider Männer großes Aufbauwerk war schon kurz nach ihrem Tod –...

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