01.04.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Ein regelrechter Krieg

Beschäftigte von Coca-Cola in Kolumbien kämpfen für einen Tarifvertrag. Ihre Proteste werden gewaltsam aufgelöst. Gewerkschaftsvertreter bedroht

Clemens Wagner
Eine Mindestabsicherung durch einen Tarifvertrag – auch für viele Beschäftigte in Deutschland und Europa ist dies immer noch nicht die Realität und Anlaß von Auseinandersetzungen mit Unternehmensleitungen. In Kolumbien müssen diese Kämpfe ungleich heftiger geführt werden und für die Aktivisten und Gewerkschafter bedeuten sie ein hohes Risiko – unter Umständen wird ihr Leben oder das ihrer Familien bedroht. Eine solcher Kampf wurde Mitte vergangenen Monats – mal wieder – in einem Werk des Getränkeherstellers Coca-Cola geführt. Am 13. und 14. März forderten Mitarbeiter einer Abfüllanlage des Unternehmens im nordkolumbianischen Baranquilla vor den Werkstoren die Einhaltung ihrer Rechte und daß diese endlich vertraglich festgehalten werden. Nach Angaben der kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrail (Nahrungsmittelgewerkschaft) wurde der Protest von der örtlichen Polizei gewaltsam aufgelöst.

Bereits im Januar übergab die Gewerkschaft dem...

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