01.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

»Chance, alle Seiten zusammenzubringen«

Waffenstillstände zwischen Aufständischen und syrischer Armee auf lokaler Ebene möglich. Nationale Versöhnung braucht Zeit. Deutschland könnte wichtige Rolle bei Vermittlung spielen. Ein Gespräch mit Ali Haidar

Karin Leukefeld, Damaskus
Ali Haidar führt das syrische Ministerium für nationale Versöhnung, das nach den Wahlen 2012 neu gegründet wurde. Er ist Vorsitzender der oppositionellen Syrischen Sozialen Nationalistischen Partei (SSNP), die seit 2007 im Parlament vertreten ist

In der Umgebung der Haupstadt Damaskus und in der Provinz Homs gibt es lokale Waffenstillstände. Es scheint, als habe ein vorsichtiger Versöhnungsprozeß angefangen. Hat Ihre Arbeit Erfolg?

Das Klima hat sich in der letzten Zeit tatsächlich etwas verbessert, so daß in einigen Orten eine Versöhnung möglich ist. Es ist ein erster Schritt hin zu der umfassenden nationalen Versöhnung, die wir anstreben. Von Anfang an habe ich gesagt, daß keine Seite die andere besiegen kann und daß wir eine politische Lösung brauchen. Viele waren davon nicht überzeugt. Die bewaffneten Gruppen verstärkten ihre Aktionen und bereiteten den Boden für diese Gotteskrieger, Fundamentalisten und Takfiristen1, die aus aller Welt hier auftaucht...

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