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04.02.2014 / Thema / Seite 10

Kämpferische Resignation

Erst in der KPD, dann Flucht in die »totale Introversion« während der Naziherrschaft. Seine linke Melancholie legte der Schriftsteller erst spät ab: Vor 100 Jahren wurde Alfred Andersch geboren

Ingar Solty
Am 4. Februar 1914 wurde der Schriftsteller Alfred Andersch in München geboren. Die Stadt war in den folgenden Jahren geprägt vom Widerspruch zwischen einerseits linksradikaler Kultur, wofür zum Beispiel die Namen von Oskar Maria Graf, Erich Mühsam, Frank Wedekind und später dann auch Bertolt Brecht stehen, und andererseits dem von Lion Feuchtwanger in »Erfolg« so brillant geschilderten Aufstieg des »braunen Münchens«. Eine von Anderschs ersten Erinnerungen war die Niederschlagung der Räterepublik. In seinem autobiographischen Roman »Die Kirschen der Freiheit«, mit dem ihm 1952 sein literarischer Durchbruch gelang, schildert er, wie das »Gesindel«, so sein Vater, von Freikorps erschossen wird. Den Aufstieg der Nazis erlebte Andersch ganz nahe: Sein Vater, der zunächst als Tierarzt tätig war und später als Antiquar, Immobilienkaufmann und Versicherungsvertreter ökonomisch scheiterte, trat schon 1920 der NSDAP bei, gründete zusammen mit Rudolf Heß und Alfre...

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