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22.01.2014 / Ausland / Seite 7

Ruhe nach dem Sturm

In der ukrainischen Hauptstadt werden die Schäden der Ausschreitungen vom Sonntag bilanziert. Angekündigte Verhandlungen mit der Opposition verzögern sich

Reinhard Lauterbach
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat sich die Lage an der Oberfläche wieder beruhigt. Am Montag hatten Gruppen nationalistischer Demonstranten noch Steine und Brandflaschen auf die Polizei geworfen; bis Dienstag morgen hatten diese Vorfälle aufgehört. Die militanten Regierungsgegner, Angehörige der Organisation »Rechter Block«, errichteten jedoch weiterhin Barrikaden am Ort der Straßenkämpfe vom Sonntag, und die Sicherheitskräfte ließen sie offenbar gewähren.

Präsident Wiktor Janukowitsch hatte auf die Eskalation der Gewalt am Sonntag mit einer Doppelstrategie reagiert: Er empfing einerseits Oppositionsführer Witali Klitschko und bot Gespräche über die Entspannung der politischen Krise an; andererseits ließ er seinen Innenminister die Polizei zum Schußwaffengebrauch in Situationen ermächtigen, die dem deutschen Tatbestand des schweren Landfriedensbruchs ähneln. Auf den bedingten Schießbefehl reagierte inzwischen der Verband der Waffenbesitzer der Ukra...

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