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20.12.2013 / Thema / Seite 10

»Es war die Hölle …«

Geschichte. Erinnerung an den 50. Jahrestag der Eröffnung des ersten Auschwitzprozesses in Frankfurt am Main

Ralph Dobrawa
Am 20. Dezember 1963, 18 Jahre nach Zerschlagung des Hitlerfaschismus, wurde vor dem Schwurgericht des Landgerichts Frankfurt am Main die Hauptverhandlung gegen Robert Mulka und andere durch den Senatspräsidenten Hans Hofmeyer als Gerichtsvorsitzenden eröffnet. Dieses Verfahren ist als Auschwitzprozeß in die deutsche Rechtsgeschichte eingegangen. Doch bis es soweit war, bedurfte es umfangreicher Vorermittlungen, für die verschiedene begünstigende Faktoren ursächlich waren, auf die im Folgenden noch einzugehen sein wird.

Die 1950er Jahre in der damaligen Bundesrepublik waren vor allem davon geprägt, eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus und den in seinem Namen verübten Verbrechen und Greueltaten zu vermeiden. Die Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1945 wurden weitgehend ausgeblendet und die Frage einer individuellen wie auch kollektiven Verantwortlichkeit vermieden. Bereits vier Jahre nach Kriegsende, 1949, wurden erstmals mit dem Straffreiheitsgesetz N...

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