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07.12.2013 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Das Cannabisverbot gehört auf den Müll«

Gespräch Mit Andreas Müller. Über die Legalisierung von Haschisch, Versäumnisse linker Politik und den Streit um den Jugendarrest

Thomas Wagner
Andreas Müller (geb. 1961 in Meppen) ist Richter in Bernau bei Berlin. Durch sein konsequentes Vorgehen gegen rechtsradikal motivierte Jugendgewalt und mehrere Dokumentarfilme darüber wurde Müller bundesweit bekannt. Bei der Bundestagswahl 2002 war er parteiloser Kandidat der PDS. Müller war mit der 2010 verstorbenen Jugendrichterin Kirsten Heisig befreundet. Seit Jahren engagiert er sich für die Legalisierung von Cannabis. Manche Presseorgane bezeichnen ihn als »härtesten Richter Deutschlands«.

Vor ein paar Jahren gab es ein Lied, das forderte »Gebt das Hanf frei!« Würden Sie als Jugendrichter in den Refrain einstimmen?

Natürlich, sofort. Ich bin fest davon überzeugt, daß man es komplett freigeben muß. Das Verbot ist schlicht nicht mit dem Gedanken des Grundgesetzes in Einklang zu bringen. Das Bundesverfassungsgericht sagt, das sei Sache des Gesetzgebers. Ich bin anderer Ansicht. Wenn Minderheiten in diesem Land verfolgt werden, dann dient das Grundgeset...

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