04.12.2013 / Feuilleton / Seite 13

Neuss

Kleine Rebellenkunde

Frank Schäfer
Irgendwann holt die Wirklichkeit dann doch immer die Satire ein. Die Kolonialherrenattitüde, mit der sich der Westen die DDR nach dem Anschluß unter den Nagel gerissen hat, sah Wolfgang Neuss, der im Frühjahr 1989 an Krebs gestorben ist, voraus: »Wenn ich gute Laune habe, schmeiß ick ’ne Mark in den weißen Sand. Hei, ist das ’ne Balgerei. Quasi hab ick drei Diener: einer aus Chemnitz trägt mir das Handtuch ans Meer, einer aus Parchim trocknet mir ab, und gestern hat mir sogar ein Funzenär aus Frankfurt/Oder eine Strandburg geschippt. Die hab ick aber gleich wieder eingerissen, der hat mir zu sehr auf Frankfurter Allee gebaut ... Gestern hat sich Helga maniküren lassen. Aber an die Füße. Von zwei Kunststudenten aus Leipzig. Sie sieht jetzt den Osten mit janz andere Hühneraugen.«

Das Wirtschaftswundervolk findet das gar nicht mal so gut. Ungerecht irgendwie. Was ist mit dem allmonatlichen Gönnerpäckchen »nach drüben«? Richtiger Haß schlägt Neus...

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