29.11.2013 / Thema / Seite 10

Paßt scho’!

Hintergrund. Das Beispiel des neonazistischen »Objekt 21« zeigt die enge Vernetzung und Zusammenarbeit deutscher und österreichischer »Kameradschaften«. Für die Behörden beider Länder stellte dies lange kein Problem dar

Martina Renner
Als Philip T. am 24. Oktober 2013 vor dem Landesgericht Wels in Oberösterreich als Zeuge vorgeführt wird, ist er kaum wiederzuerkennen. Mit wallender Mähne und langem Bart, in Jogginghose und zu engem T-Shirt, hat er optisch wenig gemein mit dem jungen Hitleristen, der schon als 20jähriger den Scheitel auf der rechten Seite trug, und dem späteren braunen Liedermacher »Reichtstrunkenbold«, als der er jahrelang in der Neonaziszene seine Vernichtungsphantasien intonierte.

Auch im »Freizeit- und Kulturverein Objekt 21«, der zentralen Immobilie der Neonazis in Oberösterreich, gab er mehrfach bei sogenannten Liederabenden sein Repertoire zum Besten. Darunter auch das Lied »In Buchenwald«, das auf seiner 2010 erschienenen CD »Der Untergrund stirbt nie« zu finden ist. Philip T. covert damit den Titel »In Belsen« der Naziband »Kommando Freisler« von deren CD »Geheime Rechtssache«. CD und Band waren mehrfach Gegenstand von Ermittlungsverfahren, Durchsuchungen und ...

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