30.10.2013 / Inland / Seite 5

Opfer gegen Oberst

Entschädigungsforderungen vier Jahre nach Bombenangriff bei Kundus vor Verhandlung. Erster Zivilprozeß um von Bundeswehroffizier ausgelöstes Massaker beginnt

Frank Brendle
Rund vier Jahre nach dem Luftangriff von Kundus prüft das Landgericht Bonn Entschädigungsforderungen von Opfern – den Hinterbliebenen der dabei Getöteten und den damals Verletzten. Sie selbst werden aber am ersten – und bislang einzigen – Prozeßtag, dem heutigen Mittwoch, nicht angehört. Bis zu 142 Menschen waren am 4. September 2009 ums Leben gekommen, nachdem der deutsche Oberst Georg Klein zwei US-amerikanischen Bomberpiloten den Befehl erteilt hatte, eine Menschenansammlung rund um zwei Tanklaster anzugreifen. Die Lkw waren von Aufständischen entführt worden, dann aber im Fluß Kundus steckengeblieben. Die Bewohner umliegender Dörfer waren gekommen, um Benzin abzufüllen. Dann trafen sie die Bomben.

Es war der folgenschwerste Angriff, den ein deutscher Offizier bislang im Afghanistan-Krieg befohlen hatte. »Da sind klare Worte angebracht: Es war ein Massaker, und es war ein Kriegsverbrechen der Bundeswehr«, so Mani Stenner vom Netzwerk...

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