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04.10.2013 / Feuilleton / Seite 12

Bei aller Komik

Im Berliner Stadtteil Wedding hat sich ein echtes Volkstheater etabliert

Frank Burkhard
Als Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. im 19. Jahrhundert durch den Berliner Wedding kutschiert wurde, soll er vom gotteslästerlichen Treiben so entsetzt gewesen sein, daß Schinkel hier umgehend zwei Vorstadtkirchen errichten mußte. Vor etwas mehr als zehn Jahren zogen die aus einem Dorf bei Dessau stammende Schauspielerin Constanze Behrends und ihr fränkischer Kollege Oliver Tautorat in den Stadtteil und staunten, wen sie hier alles studieren konnten: Alkoholiker, Prostituierte, Glücksspieler, pfiffige türkische Imbißwirte, fleißige griechische Arbeiter. Der Wedding war längst zu einem Drittel von Einwanderern bevölkert worden. Was machten die beiden daraus? Sie gründeten keine Kirche, sondern das »Prime Time Theater«, in dem sie ihren Nachbarn seitdem mit der parodistischen Theater-Soap »Gutes Wedding – schlechtes Wedding« den Spiegel vorhalten.

Das Publikum aller Stände und Schichten amüsiert sich prächtig, auch, wo es sich wiedererkennt, weil ...

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