Schwarzer Kanal
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03.08.2013 / Feuilleton / Seite 13

Soziale Leiden

Haste was, biste was – zum Beispiel politisch nicht einverstanden. Zwei neue alte Bücher von Helmut Dahmer zum Verhältnis von Psychoanalyse und Marxismus

Christof Meueler
Mal rein psychologisch betrachtet: Wie geht es der Psychologie als Wissenschaft? Ein bißchen schlapp fühlt sie sich, aber auch sehr unsicher. Wenn sie bloß wüßte, was das ist! Ist es die Hirnforschung, die sie überflüssig machen will? Oder die Esoterik, die sie auslacht? Oder ist es die Empirie, in der sie absäuft? Und wo sind die früher doch so entschlossen wirkenden marxistischen Psychologen geblieben?

Moral und Gewalt

Schaut man genauer hin, war die Krise der Psychologie stets eine Krise der Psychoanalyse, die seit ihrem Bestehen meistens davon träumte, eine Naturwissenschaft zu sein. Schön exakt und ohne Sorge über ihre gesellschaftliche Verfaßtheit – eine Zwangsvorstellung wie aus dem Lehrbuch. Neurotische Störungen aber sind soziale Leiden, wie Sándor Ferenczi (1873–1933) schrieb, der erste Professor für Psychoanalyse überhaupt, 1919 eingesetzt von der ungarischen Räterepublik, als Theorie kurzzeitig handgreiflich wurde, um die herrschen...

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