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12.07.2013 / Inland / Seite 8

»Wir gehen nicht auf die Straße, um zu betteln«

In mehreren deutschen Städten kämpfen Flüchtlinge für ihre Rechte – und oft auch gegen Legenden. Ein Gespräch mit Arash Oosthossein

Reinhard Jellen
Arash Oosthossein ist politischer Flüchtling aus dem Iran und nahm an dem Hungerstreikcamp der »Non-Citizens« (»Nichtbürger«) am Rindermarkt in München teil, das vor zwölf Tagen von der Polizei geräumt wurde

Sie haben die Räumung des Camps der hungerstreikenden Flüchtlinge am Rindermarkt in München am 30. Juni als Betroffener miterlebt. Was hat sich zugetragen?

Wir sind schockiert, wie aggressiv und gewalttätig Deutschland im 21. Jahrhundert auf uns reagiert. Die Polizei schlich heran und stürmte das Camp, überraschte uns im Schlaf und attackierte uns. Zuerst hielten wir uns gegenseitig fest. Dann ging die Polizei mit Zwang und Gewalt gegen uns vor und führte uns zum Teil in Handschellen ab. Ich habe den Eindruck, daß dergleichen und auch die äußerst rüde Behandlung der Hungerstreikenden in den Zellen in Deutschland mittlerweile zum Normalzustand gehören.

Von offizieller Seite heißt es, daß die Polizei das Camp stürmen mußte, weil Ärzten der Zutritt verwe...


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