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01.07.2013 / Inland / Seite 5

Teurer »Schnupperkurs«

Bundeswehr beruft mehr Minderjährige ein. Viele der »Freiwilligen« springen jedoch vorzeitig ab. Werbung blendet Kriegsrealität aus

Frank Brendle
Die Bundeswehr als Arbeitgeber erweckt unter jungen Erwachsenen so wenig Interesse, daß die Rekrutierung von Minderjährigen ausgeweitet wurde. 1216 Jugendliche heuerten im vergangenen Jahr im Alter von 17 Jahren bei der Truppe an, entweder als Zeitsoldaten oder als »freiwillig Wehrdienstleistende«. Das waren 50 Prozent mehr als 2011. Linken-Verteidigungspolitiker Paul Schäfer, auf dessen Anfrage die Bundeswehr umfangreiches Zahlenmaterial herausgab, nennt es gegenüber jW »erschütternd«, daß so viele Minderjährige an der Waffe ausgebildet werden.

Aus dem Regierungsdokument geht hervor, daß der »freiwillige« Wehrdienst, der den Wegfall der Wehrpflicht als Rekrutierungsinstrument ersetzen soll, keine Erfolgsgeschichte ist. Zwar haben im Jahr 2012 knapp 10000 junge Menschen tatsächlich einen solchen Dienst angetreten, aber ein Viertel stieg während der sechsmonatigen Probezeit wieder aus, weitere 403 wurden von der Bundeswehr entlassen. Das ergibt eine Quote...

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