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26.06.2013 / Feuilleton / Seite 13

Auf der Leinwand hocken

Die Malerin Maria Lassnig wird in ihrer Hamburger Retrospektive mit Van Gogh auf eine Stufe gestellt – und damit verharmlost

Falk Schreiber
Am Eingang der Ausstellung hängt ein kleines, unauffälliges Gemälde. Es zeigt eine nackte Frau, strenger Scheitel, hochgezogene Augenbrauen, etwas Fragendes liegt in diesem Blick, etwas Arrogantes auch. Dieses Selbstporträt der österreichischen Malerin Maria Lassnig ist 1945 entstanden und damit das älteste Exponat ihrer aktuellen Retrospektive »Der Ort der Bilder« in den Hamburger Deichtorhallen. Das Motiv kann einen die ganze Ausstellung über begleiten: dieser Blick, dieser Scheitel, diese sexuell aufgeladene Körperlichkeit.

Es ist nicht so, daß die Deichtorhallen mit »Der Ort der Bilder« ein großes Risiko eingehen würden: Lassnig ist die Künstlerin der Stunde. Anfang Juni erhielt sie auf der Biennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Die 93jährige ist in jeder Hinsicht kanonisiert, kein Kurator braucht mehr eine Begründung, sie auszustellen. Und trotz dieser Nähe zum Mainstream ist »Der Ort der Bilder« eine kluge, gelungene Ausstellung...

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