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10.06.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

»Überall Widerstand«

Ob die Platzbesetzungsbewegungen in der Türkei mit dem Rücktritt der Regierung enden oder nicht – gewonnen haben sie schon jetzt

Thomas Eipeldauer, Istanbul
Die Istiklal Caddesi, die zum Taksim-Platz führende Einkaufsstraße in Istanbul, ist heillos überfüllt. Tausende ziehen zu dem politisch so bedeutenden Platz oder von ihm weg, immer wieder laufen einzelne Gruppen, die rote Fahnen, Türkei-Flaggen oder T-Shirts mit dem Konterfei von Mustafa Kemal Atatürk tragen, aneinander vorbei. Wenn einer anfängt, etwas zu rufen, stimmen sofort alle Umstehenden mit ein. »Die Regierung soll zurücktreten«, »Schulter an Schulter gegen Faschismus«, »Überall Taksim, überall Widerstand«, skandieren sie und klatschen, schreien oder pfeifen.

Seitdem die Polizei am 30. Mai ein Camp von Aktivisten, die gegen den Umbau des nahe des Taksim gelegenen Gezi-Parks protestierten, geräumt hat, ist einiges geschehen. Seit dem 31. Mai wuchs sich die Bewegung zu einem landesweiten, Hunderttausende mobilisierenden Aufstand gegen die Regierung des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP)...

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