Schwarzer Kanal
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01.06.2013 / Geschichte / Seite 15

Frische Luft

Vor 50 Jahren starb Johannes XXIII. Ein Papst, der die reaktionäre Traditionslinie der Kurie unterbrach und sozialreformerische Positionen vertrat

Gerhard Feldbauer
Vor 50 Jahren, am 3. Juni 1963, verstarb nach nur fünf Jahren Amtszeit im Alter von 81 Jahren Papst Johannes XXIII. Mit Angelo Giuseppe Roncalli, so sein bürgerlicher Name, kam am 28. Oktober 1958 der Sohn eines armen Vier-Hektar-Bauern auf den Stuhl Petri. Nachwuchs aus den Reihen der Ärmsten zu rekrutieren, ist so selten nicht in der Praxis der Kurie. Erwartet man von diesen Zöglingen doch eine besonders dankbare Wahrnehmung der Pflichten der Papstmonarchie. Bei Giuseppe Roncalli ging das allerdings sehr daneben. Er wich als Pontifex von der Faschismus und Reaktion stützenden Traditionslinie der Kurie ab. Schon zu Lebzeiten war einer seiner Beinamen »Papst des Friedens«.

Charakteristisch war bereits seine Haltung zum Faschismus in Deutschland und Italien. Roncalli, in dieser Zeit Erzbischof und Nuntius in Istanbul, machte Pius XII. auf »die Greuel in Auschwitz« aufmerksam. In Istanbul unterhielt er Kontakte zu dem Emissär der Jewish Agency, Haim Barlas...

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