Der Schwarze Kanal
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25.05.2013 / Feuilleton / Seite 12

Auf dem steilen Dach

Von der Wirkung des Westwhiskys auf den Herzschmerz: Sarah Kirsch ist mit 78 Jahren an der Nordsee gestorben

Gisela Sonnenburg
Sie war Lyrikerin durch und durch. Sogar ihre Namen paßten dazu. Die am 5. Mai in Heide (Schleswig-Holstein) verstorbene Sarah Kirsch hatte das idealtypische Wesen einer Dichterin. Etwas rührig und versponnen war sie, zugleich herzhaft-humoristisch; ihre Poesie betrachtete sie als den wesentlichen, weltverbindenden Teil von sich. Geboren 1935 in Thüringen als Ingrid Hella Irmelinde Bernstein, legte sie 1960 mit einer Heirat auch ihre altdeutschen Vornamen ab und nahm, historisch bewußt, den jüdischen Namen Sarah an.

Liebesgefühle, Naturgleichnisse, staunende Ich-Erkundungen – die Sujets der Frau mit der Pagenkopffrisur waren klassisch, die Art ihrer Poesie dabei absolut außergewöhnlich. Neben Kurzgedichten stehen lange, reimlose, narrative Fast-Prosa-Stücke, in denen jede Silbe, jedes Satzzeichen eine gewisse Erhabenheit atmet. Geheimnisse ranken sich zwischen den Zeilen, und nicht immer sind sie leicht aufzulösen. Da gibt es alte Männer mit »geflo...

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