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10.05.2013 / Thema / Seite 10

Deutscher Ungeist

Geschichte. Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 »wider den undeutschen Geist« war das Werk fanatisierter Bildungsbürger. Die Schriften der verfemten Literaten blieben in der BRD meist unbekannt

Kurt Darsow
Als Adolf Hitler mit »galoppierender Feder« das Machwerk »Mein Kampf« zu Papier brachte, muß er wenigstens teilweise bei klarem Verstand gewesen sein. Das meint jedenfalls der Schriftsteller Arnold Zweig: »Gerechterweise wird man zugeben, daß besonders über Wesen und Wirkung von Propaganda, aber auch über die Stufen und Schritte im Vorgang politischer Machtergreifung scharfsinnige Erkenntnisse und klare Formulierungen in diesem Buche zu finden sind«, schreibt er unter dem unmittelbaren Eindruck der »nationalen Erhebung« von 1933.1 Wie die Volksgenossen gefügig zu machen waren, ließ sich also der »Bibel des modernen Deutschland« durchaus entnehmen. Die Ausführung der imperialen Absichtserklärungen dagegen blieb häufig »willigen Vollstreckern« überlassen, die ihre nationalen Pflichten auch ohne die Überredungskünste des Führers erfüllten. So geschehen bei der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz.

5000 deutsche Studenten waren an d...

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