17.10.1997 / Inland

Unmenschliches Vorgehen gegen Tamilen

BRD-Behörden schikanieren Schwerkranken und seine Familie

Reimar Paul

Der Tamile Kathiravel S. war vor dreizehn Jahren aus Sri Lanka nach Göttingen geflohen und hatte 1990 eine Aufenthaltsbefugnis erhalten. 1986 erkrankte er an Gehirntuberkulose. Er überlebte die Krankheit, ist seither aber querschnittsgelähmt und auf ständige Pflege und Betreuung angewiesen. Heute lebt er in einem Göttinger Altenheim, leidet unter seiner Hilflosigkeit und an der Trennung von seiner Frau und den fünf Kindern, die er bei der Flucht zurücklassen mußte.

Im September 1994 lud der Göttinger Ausländerpfarrer Knut Wellmann die Ehefrau des Tamilen, Pavalarany S., und drei der Kinder zu einem Besuch nach Göttingen ein, erklärte sich zur Übernahme der Aufenthaltskosten bereit und bat die deutsche Botschaft in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, um Ausstellung von Touristenvisa für die Angehörigen. Die Göttinger Ausländerbehörde hatte keine Einwände gegen den Besuch, doch die Botschaft lehnte den Antrag ab.

Zunächst ohne Begründung. Die l...

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