16.02.2013 / Feuilleton / Seite 13

Bis ins Groteske

Von der Liebe und der Sprachlosigkeit: Familienfilme auf der Berlinale

Grit Lemke
Daß die Familie als solche fast nur als Kaspertheater glaubhaft darstellbar ist, wird jedem einleuchten. Darin steckt aber mehr als ein abgehalftertes Witzchen: die Tatsache, daß wir alle an unsere Rollen gebunden und ferngelenkt sind, etwas Klamauk und, ja, großes Drama.

In »Vaters Garten. Die Liebe meiner Eltern« läßt Peter Liechti, einer der wichtigsten und eigensinnigsten Dokfilm-Regisseure der Gegenwart, neben Alltagsbeobachtungen und Gesprächssituationen mit seinen Eltern zwei Hasen auf einer Puppenbühne auftreten. Wofür sie stehen, zeigt die Tatsache, daß er im ordentlich gebügelten Hemd, sie mit Schürze erscheint. Die Realität muß gebrochen oder verfremdet werden, damit man sie versteht. Das gilt auch für die Tonebene: Die Hasen treten mit der erzählenden Instanz in einen Dialog, der deutlich auf Gesprächsprotokollen beruht, hier aber von hochdeutschen Sprechern – im Gegensatz zum tiefsten Schwyzerdeutsch der O-Töne – und eher emotion...

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