Gegründet 1947 Montag, 14. Oktober 2019, Nr. 238
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
16.02.2013 / Feuilleton / Seite 13

Bis ins Groteske

Von der Liebe und der Sprachlosigkeit: Familienfilme auf der Berlinale

Grit Lemke
Daß die Familie als solche fast nur als Kaspertheater glaubhaft darstellbar ist, wird jedem einleuchten. Darin steckt aber mehr als ein abgehalftertes Witzchen: die Tatsache, daß wir alle an unsere Rollen gebunden und ferngelenkt sind, etwas Klamauk und, ja, großes Drama.

In »Vaters Garten. Die Liebe meiner Eltern« läßt Peter Liechti, einer der wichtigsten und eigensinnigsten Dokfilm-Regisseure der Gegenwart, neben Alltagsbeobachtungen und Gesprächssituationen mit seinen Eltern zwei Hasen auf einer Puppenbühne auftreten. Wofür sie stehen, zeigt die Tatsache, daß er im ordentlich gebügelten Hemd, sie mit Schürze erscheint. Die Realität muß gebrochen oder verfremdet werden, damit man sie versteht. Das gilt auch für die Tonebene: Die Hasen treten mit der erzählenden Instanz in einen Dialog, der deutlich auf Gesprächsprotokollen beruht, hier aber von hochdeutschen Sprechern – im Gegensatz zum tiefsten Schwyzerdeutsch der O-Töne – und eher emotion...

Artikel-Länge: 5222 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €