05.01.2013 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Wohnung ist nur noch Renditeobjekt«

Gespräch mit Ida Schillen. Über linke Wohnungspolitik, Mietobergrenzen und politische Verfehlungen der früheren Berliner Landesregierung

Markus Bernhardt
Ida Schillen ist Stadt- und Regionalplanerin. Seit 2008 ist sie Mitglied im Bundesvorstand der Linkspartei.



Der Vollzugsplan, der die Liberalisierung des Wohnungswesens 1960 einleitete, hieß Lücke-Plan. Benannt war er nach dem Bundesbauminister Paul Lücke, CDU-Mitglied, der die Eigenheimförderung forcierte und ein ausgewiesener Gegner des Mietwohnungsbaus war. Von Lücke ist der Satz überliefert: »Das Eigenheim ist das Bollwerk gegen den Kommunismus«.

Mieterinnen und Mieter werden vor allem in Großstädten zunehmend aus ihren Wohnungen und aus ihrem vertrauten Wohnumfeld vertrieben. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Der Grund dafür ist in der Liberalisierungspolitik zu sehen, die besonders aggressiv seit Beginn der 1990er Jahre betrieben wird. Der Staat hat zunehmend die Wohnungsversorgung und Mietenentwicklung dem freien Markt überlassen, genauso wie die Bereiche Energie, Wasser, Gesundheit Rente usw. Eine staatliche sozial orientierte Wohnungspolitik u...


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