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31.12.2012 / Feuilleton / Seite 12

Kinder im Rhein

Musik zur Unzeit

Christof Meueler
Die Bühne wurde dunkel. Stille im Saal. Ein rohes Gitarrenriff erklang, die Scheinwerfer gingen an und zu sehen waren fünf, sechs Typen in schockartig-lächerlichen Trikots: weiße Schießer-Feinripp-Unterhemden als Bühnenuniform. Dann schoß ein Schlacks mit Schiebermütze zum vordersten Mikrophonständer, riß ihn mit sich nach hinten, bewahrte dadurch die Balance und rief mehr als daß er sang: »Wo ist die Grenze, wie weit wirst du gehen? Verschweige die Wahrheit, du willst sie nicht sehen!«

Der Sänger war Peter Hein, die Band Family 5, und ich war fassungslos und fasziniert. Das war der berühmte Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit, so um 1984 in der Frankfurter Batschkapp. Obwohl noch unter 30, war Peter Hein schon eine historische Figur. Der Sänger der Fehlfarben, die 1980 mit ihrem Debütalbum »Monarchie und Alltag« die beste deutsche Platte aller Zeiten aufgenommen hatten. Der Mann, der am Vorabend der potentiellen Durchbruchstournee die Band verlass...

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