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20.12.2012 / Inland / Seite 4

Verteidigung sieht Opfer als Täter

Jalloh-Prozeß: Alle Prozeßbeteiligten legen Revision gegen Magdeburger Urteil ein

Susan Bonath
Der Prozeß um den Feuertod von Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau geht in eine neue Runde. Nach der Staatsanwaltschaft haben zu Wochenbeginn auch Verteidigung und Nebenklage Revision eingelegt. Die Magdeburger Strafkammer hatte den früheren Dienstgruppenleiter Andreas Schubert wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10800 Euro verurteilt. Schubert habe den Flüchtling zu Unrecht und ohne einen Richter anzurufen eingesperrt, trotz eines Blutalkoholwertes von drei Promille nicht genügend überwacht und den Feueralarm ignoriert. Das Gericht war weiter von der unbewiesenen Theorie ausgegangen, Jalloh habe das Feuer, gefesselt an Händen und Füßen und auf einer feuerfesten Matratze liegend, selbst gezündet.

Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben Rechtsmittel eingelegt, um prüfen zu lassen, ob es sich bei Schuberts Verstößen gegen das Polizeigesetz möglicherweise nicht um fahrlässige Tötung, sondern um Freiheitsberaubung mit Todesfolge handelt...

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