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14.11.2012 / Thema / Seite 10

»Dieses Schwein«

Geschichte. Auf Druck reaktionärer Kräfte in Politik und Wirtschaft: Reichskanzler Joseph Wirth räumt am 14. November 1922 seinen Stuhl

Manfred Weißbecker
In das Gedächtnis vieler Deutscher grub sich der bürgerlich-demokratische Politiker Joseph Wirth als derjenige ein, der nach der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau am 24. Juni 1922 im Deutschen Reichstag eine ebenso klarsichtige wie mahnende und erschütternde Rede gehalten hatte. Leidenschaftlich, von tiefer Trauer erfüllt, erklärte er an deren Ende, sich der rechten Seite des Plenums zuwendend: »Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt: Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel, dieser Feind steht rechts.« Rhetorisch brillant und von unerhörter Wirkung stellte sein Auftreten unbestreitbar einen der Höhepunkte in der Geschichte deutscher Parlamente dar.

Zweifellos war diese Äußerung des damaligen Reichskanzlers unmittelbar der Situation geschuldet. Ihr Inhalt entsprang jedoch voll und ganz den Auffassungen eines Mannes, der als Mitglied der katholisch-großbürgerlichen Zentrumspartei den Idealen ...

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