25.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Verlogenes Feindbild

Was war los in Bautzen? Horst Schneider gibt Auskunft

Georg Grasnick
Das ehemalige sowjetische Speziallager Bautzen, die spätere Strafvollzugsanstalt des DDR-Ministeriums des Inneren, wird heutzutage gerne als »Symbol stalinistischen Terrors«, ja als »Auschwitz der DDR« ausgerufen, wo »Stasi-Folterknechte« am Werk gewesen seien. »Bautzen« gilt vielen ein Synonym für den »Unrechtsstaat DDR«. In Sachsen ist die Gleichsetzung der Nazidiktatur mit der DDR zur Verfassungspflicht erhoben.

Gegen eine solche rigorose Symbolpolitik von interessierter Seite protestiert der Historiker Horst Schneider mit seinem Buch: »Das Gelbe Elend und andere Lügen«. Bekanntlich wurde das im Kaiserreich errichtete Zuchthaus, das auch heute noch als Justivollzugsanstalt dient und in der Literatur als »Bautzen I« bezeichnet wird, wegen seiner gelben Fassaden »Gelbes Elend« genannt. Hier befand sich von 1945 bis 1950 das Speziallager der sowjetischen Militäradministration, in dem Nazis interniert waren. In einem anderen Gebäudekomplex aber befand sic...

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