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01.10.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Imperiales Europa

Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt streben die europäische Weltherrschaft an. Ab heute touren sie mit ihrem »Manifest« durch die EU. Am 3. Oktober sind sie in Berlin

Thomas Wagner
Der einstige 68er-Rebell, Frankfurter Sponti und Veteran der grünen Bewegung, Daniel Cohn-Bendit (geb. 1945), hat eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen. Erst verordnete er seinen Genossen eine »Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus«, dann machte er aus den ehemals pazifistischen Grünen gemeinsam mit Joschka Fischer und anderen eine bellizistische Partei. Nun plädiert er zusammen mit dem ehemaligen belgischen Premierminister und Europapolitiker Guy Verhofstadt (geb. 1953) ganz offen für den europäischen Griff nach der Weltherrschaft. Ihr gemeinsames Pamphlet »Für Europa! Ein Manifest« artikuliert ganz unverblümt den Wunsch, die EU möge in der »Welt des einundzwanzigsten Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle« spielen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die europäischen Staaten ihre Souveränität zügig an eine europäische Föderation abgeben. »Wir haben eine klare Alternative: Entweder wählen wir entschlossen ein föderales Europa, die Vereinigten...

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