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01.09.2012 / Antifa / Seite 17

Verkehrte Welt?

Auch nach Aufdeckung der Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« bleiben vor allem Migranten, Antifaschisten und Kriegsgegner im Visier der Ermittlungsbehörden

Wera Richter
Nach allem, was trotz Aktenschredderei über Versagen und Mitwirken des Verfassungsschutzes an den Morden, Anschlägen und Überfällen des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) an das Licht kam, gehört der Geheimdienst aufgelöst. Das Gegenteil ist der Fall. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) träumt von einer Megabehörde mit erweiterten Kompetenzen.

Die Opfer des NSU waren lange Zeit selbst im Visier der Ermittler. Das war kein Fauxpas, sondern folgte der Logik von Behörden, Ämtern und Geheimdiensten, die eine Hauptgefahr für Land und Leute in der »Ausländerkriminalität« sehen. Auch Friedrichs neueste Kampagne ist so gestrickt: Steckbriefe von jungen Migranten warnen vor der Radikalisierung von Muslimen und fordern zur Denunziation auf. Der Text, ein Meisterwerk der Heuchelei: »Das ist mein Bruder. Ich vermisse ihn, denn ich erkenne ihn nicht wieder. Er zieht sich immer mehr zurück. … Wenn es Dir auch so geht, melde Dich bei der Bera...

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