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26.07.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Eine Seifenoper

Bei den Wahlen in Mexiko am 1. Juli wurde wieder bedroht und bestochen. Betrug gehört seit Jahrzehnten zum politischen Geschäft

Sara König
Am Abend des 1. Juli trat Leonardo Valdés Zurita, Präsident der mexikanischen Wahlbehörde (IFE), strahlend vor die Kameras. »Mexiko erlebte heute einen vorbildlichen Wahltag mit einer beispielhaften Bürgerbeteiligung in absoluter Normalität und Frieden. Mexiko hat es geschafft, seine Wählerdemokratie zu konsolidieren«, erklärte er. Und Präsident Felipe Calderón stimmte ihm ebenso freudig zu: »Enrique Peña Nieto ist der Wahlsieger dieses Abends und wird ab dem 1. Dezember das Amt des Präsidenten von Mexiko übernehmen«. Der Fernsehsender Televisa feierte einen überwältigenden Sieg des Kandidaten der Institutionellen Revolutionären Partei (PRI). Die Wahllokale waren noch keine vier Stunden geschlossen, offizielle Zahlen lagen noch nicht vor, doch der Politstar der ehemaligen Staatspartei wurde schon auf den Thron gehoben. Die meisten ausländischen Medien ließen sich von der Show täuschen und verbreiteten bereits am nächsten Morgen Bilder des lächelnden Peña ...

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