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16.07.2012 / Feuilleton / Seite 13

Maggi fix und Kruzifix

Wiglaf Droste
Deutschland ist im Beschneidungsfieber: Vorhaut, Vorhaut, Vorhaut, und immer an die Leser denken, tönt es aus der Presse. Wir aber fragen investigativ nach: Was geschieht mit all den chirurgisch entfernten Hautkringeln? Werden sie auf alt getrimmt und als Vorhäute Jesu in den Reliquienhandel eingespeist, um frommen Katholiken und Pilgern zur Anbetung zu dienen?

Teilweise ja, sagt Mon­signore Björn Bullemann vom Erzbistum Köln. Der Handel mit Präputien sei konstant schwunghaft, man bediene sich vor allem bei Vorhäuten, die aus medizinischen Gründen entfernt werden. Bei Vorhautengpässen greife man allerdings auch auf Material zurück, das Knaben aus religiösen Motiven abgeschnippelt wurde. »Das machen wir aber heimlich«, sagt Monsignore Bullemann. »Dem Herrgott ist das wahrscheinlich egal, aber unsere Kundschaft ist pingelig und besteht auf christlicher Vorhaut.«

Für ein kirchlich begla...



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