Gegründet 1947 Sa. / So., 6. / 7. Juni 2020, Nr. 130
Die junge Welt wird von 2301 GenossInnen herausgegeben
14.07.2012 / Geschichte / Seite 15

Klassenjustiz

Vor 90 Jahren: Nach dem Mord an Reichsaußenminister Walter Rathenau wurde das Republikschutzgesetz erlassen

Nick Brauns
Mitten auf der vielbefahrenen Königsallee im Berliner Villenviertel Grunewald wurde Reichsaußenminister Walter Rathenau am 24. Juni 1922 in seinem offenen Auto aus einem vorbeifahrenden Wagen heraus mit Schüssen aus einer Maschinenpistole und mit einer Handgranate ermordet. Der Industrielle Rathenau, der der liberalen Deutschen Demokratischen Partei angehörte, war der herausragende Vertreter einer Entspannungspolitik mit den Westmächten. Aufgrund dieser »Erfüllungspolitik« bei den Reparationszahlungen, aber auch wegen seiner Unterschrift unter dem Rappallo-Vertrag mit Rußland und nicht zuletzt als Jude war Rathenau für die völkische Rechte der meistgehaßte Politiker der Weimarer Republik. »Knallt ab den Walter Rathenau, die gottverdammte Judensau!« sang man an den Stammtischen, während der deutschnationale Abgeordnete Karl Helfferich noch am Tag vor Rathenaus Ermordung dazu aufrief, die Reichsregierung für ihre »verbrecherische Politik (…) vor Geri...

Artikel-Länge: 9313 Zeichen

Dieser Beitrag ist gesperrt und nur für Onlineabonnenten lesbar. Die Tageszeitung junge Welt finanziert sich vor allem aus den Aboeinnahmen. Bitte tragen auch Sie mit einem Onlineabo dazu bei, das Erscheinen der jungen Welt und ihre Unabhängigkeit zu sichern.

Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €